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Einer Katastrophe knapp entgangen
Nach Unfall mit Chemie-Lkw: B 191 sechs Stunden voll gesperrt
rg Pudripp. Ein Unfall mit einem mit Chemikalien beladenen Lkw hat gestern mehr als sechs Stunden die Feuerwehr in Atem gehalten. Der unter anderem mit hochgradig giftigem Chlorgas und ätzender Natronlauge beladene Laster einer Firma aus Hildesheim war gegen 9.10 Uhr zwischen Zernien und Pudripp von der Straße abgekommen und eine Böschung hinuntergerast. Dabei hatten sich Teile der Ladung im Inneren des Frachtraums gelöst. Wegen der gefährlichen Ladung und der damit verbundenen Gefährdung der Öffentlichkeit und der eingesetzten Feuerwehrleute hatte die Einsatzleitstelle sofort neben den Feuerwehren aus Karwitz, Quickborn, Gülden und Mützingen auch die Kreisbereitschaft II Umwelt mit Mess- und Dekontaminationsgruppe sowie das Rote Kreuz und ein privates Rettungsunternehmen alarmiert. Die Feuerwehren begannen sofort damit, zum einen die Unfallstelle weiträumig abzusperren, als auch zum andere mit Messungen, um festzustellen, ob Chlorgas oder andere Giftstoffe, die der Lkw ebenfalls geladen hatte, ausgetreten waren. Parallel dazu bereiteten sich Spezialtrupps der Feuerwehr auf den Ernstfall vor, legten luftdichte Anzüge an und richteten Dekontaminierungsanlagen her. Da die Messungen negativ ausfielen, untersuchten Kräfte der Kreisbereitschaft II Umwelt das Innere des Containers, bevor dieser mit Hilfe eines Kranes aufgerichtet wurde. Nach einer weiteren Untersuchung und Messungen hob der Kran den insgesamt 16 Tonnen schweren Lkw wieder auf die Straße. Während der gesamten Zeit waren sowohl die strengen Sicherheitsvorkehrungen für die rund 90 Einsatzkräfte als auch die Weiträumige Absperrung aufrechterhalten worden. »Es hätte jederzeit ein Leck in einem der Behälter auftreten können. Außerdem war nicht klar, ob die Ladung beim Aufrichten des Lkw nicht erneut verutscht und dann Schaden nimmt», erläuterte ein Feuerwehrmann. Daher blieb die Bundesstraße 191 die gesamte Einsatzzeit über - immerhin fast sechs Stunden - für den Verkehr gesperrt. Und die Einsatzkräfte, die in der Nähe des verunglückten Lkw positioniert waren, mussten ständig unter Atemschutz arbeiten, genau wie die Besatzung des Autokrans. Der Fahrer des Lkw blieb bei dem Unfall unverletzt. Er sei von der Straße abgekommen und der Lkw sei gleich so tief in den Seitenstreifen eingesunken, dass er keine Chance gehabt habe, den Wagen wieder auf die Straße zu bekommen, ohne Gefahr zu laufen, sich zu überschlagen und damit eventellen Gegenverkehr zu gefährden, sagte er der EJZ. Am Lkw entstand ein Sachschaen von rund 21000 Euro.
Bericht: Rouven Groß EJZ
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