Zeitungsberichte vom Großfeuer in Lüchow

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rg/as Lüchow. Ein Großfeuer hat am Dienstagabend eine Lager- und Werkstatthalle der LBAG an der Salzwedeler Straße in Lüchow vernichtet.

Eine Lüchowerin hatte um 21:31 Uhr das Feuer gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt brannten nach ersten Informationen lediglich einige Holzpaletten an der Halle. Eine Polizeistreife, die nur eine Minute später eintraf, versuchte noch, den Palettenbrand mit Feuerlöschern unter Kontrolle zu bringen - vergeblich. Das Feuer griff rasend schnell auf die Halle über. Die Flammen überragten das nebenstehende Silo. Trotz des Einsatzes mehrerer hundert Feuerwehrleute brannte das Gebäude vollständig nieder. Ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verbrennungen und wurde im Dannenberger Krankenhaus behandelt.

Die Einsatzleitstelle in Lüchow hatte gleich nach der Meldung der Lüchower Feuerwehr, die als erstes am Ort des Geschehens eintraf, Großalarm ausgelöst und insgesamt neun Wehren aus der Samtgemeinde Lüchow sowie aus Dannenberg und Salzwedel angefordert. Auch die schnelle Einsatzgruppe der DRK-Bereitschaft erreichte mit einem Großaufgebot wenig später die Unglücksstelle.

Zeitgleich mit dem Sirenenalarm verdunkelte eine tiefschwarze Rauchsäule den Lüchower Abendhimmel. Der Rauchpilz war bis nach Dannenberg zu sehen. Dadurch angelockt, eilten mehrere hundert Schaulustige zum Brandort. Die Polizei hatte viel zu tun, um Neugierige aus der Gefahrenzone zu schicken und die Anfahrtswege für die Rettungskräfte freizuhalten.

Weil unklar war, welche Stoffe in der Halle brannten, nahmen Spezialisten der Feuerwehr Luftmessungen vor. Die Bevölkerung wurde über Megaphon und Radio aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Schadenshöhe beläuft sich möglicherweise auf weit über eine Millionen Euro. Die Brandermittler des Kriminalermittlungsdienstes Lüchow schließen derzeit weder Brandstiftung noch einen technischen Defekt als Brandursache aus.

Bericht: EJZ 30.06.2009

as Lüchow. Die Lagerhalle der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft (LBAG) in Lüchow - sie liegt in Schutt und Asche (EJZ berichtete). Gestern Vormittag waren Brandermittler der Polizei und Brandschutzprüfer Andreas Arnd dabei, der Ursache des Feuers auf die Spur zu kommen.

Doch eindeutige Antworten gab es noch nicht. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Bei der Messung der Rauchwolke sei der sogenannte MAK-Wert nicht Überschritten worden. Es bestand also keine Gefahr für Anwohner.

Auch in der Höhe des Schadens gab es noch keine Klarheit. Die Polizei schätzte zunächst 600000 Euro. Jürgen Schlüsselburg, Geschäftsführer der LBAG, rechnet eher mit einer Summe von an die 2 Mio. Euro. Aufschluss darüber müssen weitere Untersuchungen von Experten des Gewerbeaufsichtsamtes und der Versicherung ergeben. Schlüsselburg ist jedoch zuversichtlich, dass demnächst die Annahme von geerntetem Getreide ohne Probleme gewährleistet werden kann. Auch die Arbeit in der Werkstatt soll weiterlaufen, obwohl das komplette Ersatzteillager ein Raub der Flammen geworden war. Wegen des am 30. Juni zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahres der Genossenschaft seien die Bestände in der EDV genau erfasst, sodass der Schaden präzise ermittelt werden kann. Gegebenenfalls könnten auch Reparaturarbeiten in die Werkstatt nach Brunau verlagert werden. “Unserer Service soll für die Landwirte so schnell wie möglich weiterlaufen”, betont der Geschäftsführer.

“Die Feuerwehr hat die angrenzenden Gebäude gut geschützt”, lobt Brandschutzprüfer Andreas Arnd. Die Flammen, ausgehend vom Palettenbrand am Hallentor, hätten viel Nahrung durch zahlreiche leicht brennbare Stoffe erhalten. Die Unterdachkonstruktion aus Holz, frisch gedichtet durch ein Bitumendach, habe “gebrannt wie Zunder”. Briketts, Bindegarn, vier Radlader bzw. Gabelstapler, Dünger, Reifen und Behälter mit Saatgetreide - alles wurde vernichtet. Im angrenzenden Lagerverkauf glühten bis gestern Vormittag noch Stahlträger und entzündeten Papiere. Die Lüchower Feuerwehr löschte diese Brandnester. Das gesondert gemauerte Öllager sei nicht betroffen gewesen, ergänzt Schlüsselburg. Und es seien auch keine Pflanzenschutzmittel in der Halle gelagert worden.

Die Untere Wasserbehörde beschäftigte sich mit dem verunreinigten Löschwasser, dass durch den Ablauf auf dem Hallenvorplatz in einen nahen Graben geflossen war. Die Feuerwehrleute errichteten dort eine Ölsperre, um weiteren Schaden zu verhindern.

Aus den Brandresten der Lagerhalle der LBAG stieg gestern Vormittag immer noch Rauch auf. Die Lüchower Feuerwehr hielt bis 10.46 Uhr Brandwache.

Text EJZ 01.07.2009

Riegelstellung

Lob vom stellvertretenden KBM

as Lüchow. “Die Feuerwehren haben bei diesem Großeinsatz prima zusammengearbeitet. Deshalb ist der Brand noch vergleichsweise glimpflich abgegangen.”

Dieses Fazit zog der stellvertretende Kreisbrandmeister Claus Bauck. Die Schnelle Einsatzgruppe des DRK sei deshalb so schnell am Brandort gewesen, weil sie gerade eine Funk- und Fahrübung absolviert habe. Dadurch seien die Feuerwehrleute gut versorgt worden.

Lüchows Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Meier hatte den Einsatz geleitet und zwei Abschnitte gebildet. Er erläuterte das Einsatzgeschehen. “Wir haben sofort eine Riegelstellung umgesetzt, links mit dem Tanklöschfahrzeug, um das Lagergebäude zu schützen, rechts mit einem mobilen Werfer, um den Werkstattbereich zu sichern. Dabei hat sich der Einsatz mehrerer wasserführender Fahrzeuge bezahlt gemacht. Sonst hätten wir das nicht so halten können.”

Später kamen die beiden Drehleitern aus Dannenberg und Salzwedel zum Einsatz und sicherten die angrenzenden Gebäude weiter mit Erfolg. Denn: “An beiden Seiten hatten die Flammen schon an diesen Gebäude genagt”, zeigt Meier auf die verschmorten Dachrinnen, die sich unter der starken Hitze verformt hatten. Apropos verformt. Auch zwei Fahrzeuge der Feuerwehr hatten durch die Hitzstrahlung Schaden genommen. Plastikbedienarmaturen am Tanklöschfahrzeug und die Rückleuchten sind deformiert.

Die Brandbekämpfung sei “Spitze” abgelaufen, ist Meier zufrieden. “Die nachfolgenden Wehren haben nahtlos die ihnen zugewiesenen Aufgaben ausgeführt.” Insgesamt waren 260 Feuerwehrleute eingesetzt, und zwar der Wehren aus Lüchow, Woltersdorf, Wustrow, Plate, Dangenstorf, Vasenthien, Bösel, Grabow, Künsche, Trebel und Dannenberg. “Feuer aus” wurde um 4.30 Uhr gemeldet.

Text EJZ 01.07.2009

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