|
Werkstatthalle völlig zerstört
gel Dannenberg. Dannenbergs Gemeinde-Brandmeister Erhard Burmester atmet in den frühen Morgenstunden tief durch. Der Einsatzleiter ist erleichtert und sagt: »Der Einsatz ist optimal gelaufen».
Nach zwei, drei Stunden haben rund 300 Feuerwehrleute einen Großbrand unter Kontrolle, wie es ihn schon seit Jahren nicht mehr in Lüchow-Dannenberg gegeben hatte. Rund 30 Wehren waren in der Nacht zum Sonnabend zur Dannenberger ContiTech geeilt, um dort das Feuer in einer Werkstatthalle zu löschen. Die Halle war nicht mehr zu retten. Doch der energische Einsatz der Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.
Das Feuer hatte sich etwa seit 3 Uhr durch die Halle gefressen. Und dabei einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet. Die Werkstatthalle, die auch als zentrales Ersatzteillager für Maschinen diente, ist total ausgebrannt. Die Brandursache steht noch nicht fest. Es wird gemutmaßt. So könnte möglicherweise ein technischer Defekt an einem Härteofen den Brand ausgelöst haben. Menschen waren nicht in Gefahr.
Es war noch dunkel. Die Nachtschicht beim Dannenberger Kunststoff-Hersteller produzierte, als jemand in der Werkstatthalle, in der nicht gearbeitet wurde, das Feuer entdeckte. Sofort alarmierte das Werk die Feuerwehr; die Dannenberger war bereits zehn Minuten später da, schildert Johann Fritsch, Pressewart der Kreisfeuerwehr. Was die ersten Feuerwehrleute sahen, war eine »Durchzündung», wie es die Fachleute nennen: Schlagartig hatte sich das Feuer in der Halle ausgebreitet und war dort nicht mehr in den Griff zu bekommen. Die Feuerwehrleute konzentrierten sich darauf, dass die Flammen nicht auf die Produktionshallen übergreifen - mit Erfolg. Zwischen 5 und 6 Uhr war der Großbrand unter Kontrolle, sagt Johann Fritsch. Wie Einsatzleiter Burmester schildert, haben die Kräfte sofort richtig reagiert und zwei weitere Drehleiterwagen aus Uelzen und Salzwedel sowie massiv weitere Kräfte angefordert. Denn schnell war klar: Der Brand ließ sich nur über das Dach bekämpfen. »Ohne die Drehleitern hätten wir das Feuer nicht in den Griff bekommen», weiß Burmester. Die hiesigen Wehren verfügen nur über zwei Drehleiterwagen.
Allein 18 Wehren aus der Samtgemeinde Dannenberg waren ausgerückt. Auch mehrere DRK-Kräfte waren im Einsatz. Einige Feuerwehrleute erlitten leichte Brandverletzungen.
Noch am Wochenende ist die Produktion im Werk wieder angelaufen, sagt ContiTech-Werkleiter Dr. Christoph Denger. Er spricht von einem noch unüberschaubaren Schaden, der sich aber im Millionenbereich befinden dürfte. Denger schildert, dass sich in der Halle unter anderem Prüfstände, Elektrogeräte, Hilfsmaterial und Drehbänke befanden. Zudem habe die Halle als zentrales Ersatzteillager für die Maschinen gedient. Eine zweite Halle wurde teilweise beschädigt. Noch am Morgen waren Radiomeldungen zu hören, dass die Dannenberger wegen des Feuers ihre Fenster und Türen geschlossen halten sollen. Das geschah jedoch aus reinen Sicherheitsgründen. Denn die Schadstoff-Messungen des Umweltzuges der Feuerwehr seit den frühen Morgenstunden ergaben immer nur negative Werte, betont Kreispressewart Johann Fritsch.
Mit vier Drehleitern bekämpften rund 300 Feuerwehrleute in der Nacht zum Sonnabend einen Brand im Dannenberger ContiTech-Werk. Diese Wertstatthalle war aber nicht mehr zu retten. Es entstand Schaden voraussichtlich in Millionenhöhe.
Text EJZ
|